Immobilien-Nostalgie

Ich möchte diesen Blog nützen um Dinge/Begriffe in Erinnerung zu rufen, die bereits in Vergessenheit geraten sind.

Speziell unter 30jährige, die diese gar nicht mehr kennen (können) werden hier einiges zu Schmunzeln entdecken!

Starten möchte ich ganz banal: bei meinen Beginnen, Ende der 90er Jahre. Der Arbeitsalltag sah damals noch „ein wenig“ anders aus:

Wenn ich eine Immobilie zur Vermittlung bekommen habe, bin ich so rasch wie möglich dorthin gefahren um mir Alles anzusehen. Natürlich immer dabei: meine Kamera mit einem 12er Film.

Tja, viele werden nun nicht mal mehr wissen was das ist: früher musste man Filme in die Apparate einlegen – da war nix mit Speicherkarte.

Ich habe mir bewusst immer die kleinsten Filme gekauft, denn wenn ich wartete bis ein „großer“ (ich glaub das waren damals 36 Aufnahmen) Film voll war, war die Immobilie oft schon vergeben.

Also rasch die Fotos geschossen und ab ins Fotolabor. Mit viel Glück hatte ich die Fotos dann einige Tage später. 1 Stunden Labore gabs damals noch nicht.

Dann wurde so rasch wie möglich das Inserate geschrieben. Hier musste aber gut überlegt werden WAS man schreiben möchte, denn das geschah damals Alles noch offline, also in den Printmedien – Zeitungen. Und das war TEUER!

Jedes einzelne Wort musste bezahlt werden und durfte max. 16 Zeichen lang sein. Wenn es länger war, kostete es 2 Worte. Ich kann mich noch gut erinnern, dass z.B. das Wort  „Dachterrassenmaisonette“ absolut verboten war!

Diese paar Worte sollten dann ausreichen um Interesse bei den Kunden zu erwecken.

Aus diesem Grund saß ich jeden Vormittag um Büro um die Anrufe entgegen zu nehmen. Am Festnetz wohlgemerkt!

Ich hab dann stundenlang den Kunden so genau wie möglich die Wohnung beschrieben. Wenn sie interessant geklungen hat, sind die Interessent oft nochmal ins Büro gekommen, um die Fotos anzusehen, bevor ein Termin vor Ort ausgemacht wurde.

Ich war dann bereits sehr fortschrittlich und hatte als Erste ein sogenanntes D-Netz. Wie ich stolz war! Somit war ich auch unterwegs erreichbar!

AABER: das war ein riesiger, schwerer Knochen, für die Ladestation (auf der es ständig lag) brauchte man einen Rucksack, weil sie so groß war und es war unheimlich teuer.

Damals gab es noch etwas, dass sich „Passiv-Kosten“ nannte. Wie oft meine Oma mit mir geschimpft hat! Immer wenn ICH meine Oma (oder irgendwen Anderen) anrief, musste sie sogenannte Passivkosten bezahlen. Diese waren zwar billiger als meine Aktivkosten, aber trotzdem war es Alles in Allem sehr teuer.

Dann ging es ab zur Besichtigung. Die verlief im Prinzip nicht viel Anders als heute, abgesehen davon dass Pünktlichkeit sehr wichtig war! Denn einfach mal kurz anrufen „ich verspäte mich“ – ging nicht.

Bei jedem Termin hatte ich meinen Trolley mit, wo alle Unterlagen drinnen waren. Ich nannte es damals mein „rollendes Büro“.

Auch die Abwicklung lief damals ganz Anders! Denn diese musste entweder direkt vor Ort ausgefüllt werden, oder die Kunden kamen (nocheinmal) zu mir ins Büro um die Unterlagen dort zu unterzeichnen.

Ich hatte damals als Erste in der Firma eine GMX Emailadresse, welche ich immer wieder anführte. Meine Kollegen haben mich dafür belächelt und gefragt wozu ich diesen unnötigen Blödsinn brauche 😂😂😂

Heutzutage kann man sich das gar nicht mehr vorstellen!

Heute machen wir Fotos mit der Digicam, der Drohne und/oder der VR-Kamera für virtuelle Rundgänge. Zumeist ist das Exposee noch am selben Tag online und alle Informationen für unsere Kunden abrufbar.

Wenn heute ein Kunde eine Anfrage stellt, hat er/sie für Gewöhnlich innerhalb von wenigen Minuten ein ausführliches Exposee, mit Fotos, Grundrissplänen, virtuellem Rundgang, usw.

Die Technologie hat unseren Beruf mit Sicherheit sehr erleichtert – und beschleunigt!

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von Anders Noren.

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