Makler – ein teurer Schlüsseldienst

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass unsere einzige Kompetenz darin besteht, dass wir einen „Schlüssel umdrehen“.

Jedes Mal, wenn ich das höre, frage ich mich wozu ich so viel Zeit und Geld in Aus-/Weiterbildungen investiere. Das Bild zeigt den Stoff von nur einer meiner Teilprüfungen!

Dies ist nämlich weit gefehlt! Wir unterliegen einer strengen Informations- und Sorgfaltsverpflichtung und sind Sachverständige laut §1299 ABGB.

Das bedeutet, dass wir verpflichtet sind über alle einschlägigen Probleme Bescheid zu wissen und auch darüber zu informieren.

Dies umfasst auch sehr viele Dinge, die Vermieter/Verkäufer oft selbst nicht wissen!

Immer wieder hören wir „Das war mir nicht bewußt / Das wußte ich gar nicht“ – das ist ja auch kein Problem, warum sollten Sie sich damit auch abmühen? Und woher sollte man es auch wissen, wenn man nicht dementsprechend geschult ist und sich den ganzen Tag damit befasst?

Allerdings gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Gesetzen, welche wir wissen, beachten und unsere Kunden darüber informieren müssen.

Ein gutes Beispiel ist die Geschichte „Der unmotivierte Makler“, siehe: https://thegrumpyrealtor.blog/2021/03/03/der-unmotivierte-makler/

Hier war ein Kollege mit dem Verkauf einer Wohnung beauftrag, hat sich aber nicht sonderlich darum bemüht, weshalb wir zugeschalten wurden.

Der Kollege hat von der Verkäuferin den Auftrag bekommen, den KFZ-Stellplatz als Kaufbedingung zum Preis von Euro 10.000,- aufzunehmen.

Als wir unsere Tätigkeiten starteten, prüften wir (wie immer) im Vorfeld die rechtlichen Gegebenheiten und dabei stellte sich heraus, dass sich der Stellplatz gar nicht im Eigentum der Verkäuferin befindet.

Das Resultat daraus: sie kann nichts verkaufen, was ihr gar nicht gehört!

Wir haben relativ rasch einen Käufer für die Liegenschaft gefunden und dies natürlich berücksichtigt.

Hätte der Kollege den Verkauf abgewickelt, hätten hier schwerwiegende Folgen entstehen können!

Das beginnt dabei, dass der Stellplatz eben nicht verkauft werden hätte können, oder noch schlimmer: hohe Schadenersatzforderungen des Käufers. Zwar hätten sich diese gegen den Makler gerichtet, doch wohnt die Verkäuferin weiterhin in der selben, kleinen Wohnhausanlage und hätte dies sicher nicht zu einem angenehmen Wohnklima geführt!

Und so ganz nebenbei: bei Vermietung/Verkauf privat-privat haftet der Vermieter/Verkäufer, denn wie allgemein bekannt ist „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“. Bei einer Vermittlung durch einen konzessionierten Immobilienmakler haftet bei eventuellen Beratungsfehlern, oder mangelnder Beratung der Makler!

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von Anders Noren.

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