Wie ich einem Kollegen zu einem einfachen Verkauf verhalf

Ich habe von einem Paar, für welches ich bereits jahrelang tätig war, den Auftrag bekommen eine kleine Wohnung in Wien 19 zu verkaufen.

Wir trafen uns vor Ort und ich gab meine Preiseinschätzung dazu ab. Diese war ihnen viel zu niedrig und sie bestanden auf einen höheren Preis.

Ich begann alle Vermittlungstätigkeiten zu dem gewünschten Preis, doch wies mehrfach darauf hin, dass ich mir damit keinen Erfolg verspreche.

Die darauffolgenden Wochen rief mich der Herr JEDEN FREITAG Abend an und diskutierte stundenlang mit mir. Immer wieder beschuldigte er mich, dass ich daran schuld wäre dass nichts weiter geht.

Meine ständige Argumentation, dass der Preis schlicht und ergreifend zu hoch sei, hat er entweder nicht gehört, oder ignoriert.

Einige Monate (und viele Inseratskosten für mich) später entzogen Sie mir den Auftrag und gaben ihn an ein großes Immobilien-Franchise Unternehmen mit der Begründung, dass diese einen viel größeren Kundenstock als ich hätten und damit mit Sicherheit auch erfolgreicher seien als ich.

Das hat mich doch einigermaßen verwundert, immerhin war ich für dieses Paar bereits jahrelang tätig, dies immer erfolgreich und noch nie hab ich dieses Argument von ihnen gehört. Aber bitte, ich musste mich fügen und es hinnehmen.

Aber natürlich war meine Neugier geweckt und ich verfolgte den Fall.

Könnt ihr Euch vorstellen wie zornig ich war, als ich feststellen musste, dass der Kollege die Wohnung zu GENAU DEM PREIS anbot, den ich bereits Monate zuvor (und seither immer wieder vehement!) genannt habe?

Wenig überraschend war die Wohnung binnen kürzester Zeit verkauft und ich bin gehüpft wie das Rumpelstilzchen! Es ging mir dabei nicht um den entgangenen Umsatz, sondern darum dass meine Argumentation anscheinen völlig ignoriert, dem Kollegen aber scheinbar Glauben geschenkt wurde.

Für mich war das ein absoluter Vertrauensbruch, weil ich hier ganz offensichtlich nicht Ernst genommen wurde!

6 Jahre lang hörte ich nichts mehr von den Kunden. Bis in den Herbst 2019. Da meldeten sie sich plötzlich wieder und baten mich, ob ich sie nicht doch wieder betreuen könnte.

Sie erzählten mir, dass sie leider sehr schlechte Erfahrungen mit diesem Makler machen mussten und erst dann zu schätzen lernten, was sie an mir hatten.

Es hat mir wirklich sehr leid getan, dass sie schlechte Erfahrungen machen mussten – allerdings ganz unschuldig waren sie dabei nicht.

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von Anders Noren.

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