ÖSDS

Im Frühling 2019 erhielt ich einen Anruf, bei welchem ich zu einem „Makler-Casting“ in ein Cafe in Perchtoldsdorf eingeladen wurde.

Konkret ging es dabei um ein Grundstück, welches für die Erben bestmöglich verkauft werden sollte.

Ich war im ersten Moment so baff über diesen Anruf, dass ich mir nicht sicher war ob ich nun erfreut oder grantig sein soll.

Da ich aber von Grund auf extrem neugierig bin, stimmt ich zu und erklärte mich zu dem Termin bereit.

Als ich in dem Café ankam, war gerade noch ein anderer Kollege bei seiner „Kür“ und ich musste warten. Offen gestanden überlegte ich mir in diesem Moment ernsthaft, ob ich nicht wieder gehen sollte, weil das einfach unter meiner Würde ist!

Doch die Neugier war stärker und ich blieb 

Als ich dran war, wurde ich von einer Dame in der „Jury“ sehr schroff und herablassend behandelt, woraufhin ich mir erneut überlegte, ob ich nicht besser gehen sollte. Es stellte sich weiters heraus, dass die vorangegangen „Teilnehmer“ völlig unrealistische Kaufpreisvorstellungen auf den Tisch gelegt hatten, worüber ich schlichtweg nur schmunzeln konnte.

Das Blaue vom Himmel versprechen nur um einen Auftrag zu bekommen?! Das ist sowas von unseriös und ich habe mich immer schon geweigert sowas zu tun!

Ich erklärte „der Jury“, dass dies absoluter Schwachsinn ist und konnte das anhand meiner vorbereiteten Unterlagen auch belegen. Weiters wies ich sie daraufhin, dass sie bei ihrer Berechnung nicht vergessen dürfen, dass sie in diesem Fall Steuern abführen müssen.

Und siehe da! Niemand der anderen Kollegen hat sie darauf aufmerksam gemacht!!!

Ich habe danach völlig emotionslos eine rein sachliche Beratung gemacht, meine Unterlagen übergeben und bin wieder gegangen.

Da es keinesfalls den Anschein hatte, dass hier irgendwelche Sympathien entstanden wären und ich auch einige unliebsamen Tatsachen ans Licht brachte, war ich der Meinung, dass ich hier eine Erfahrung gemacht habe, diese Menschen aber nie wieder sehen werde.

Ich war mir relativ sicher, dass sie sich für einen Kollegen entscheiden werden, der ihnen einen höheren Kaufpreis „zugesichert“ hatte und ihnen wahrscheinlich auch sympathischer war als ich.

Umso größer war meine Überraschung, als ich einige Tage (oder waren es Wochen, ich weiß es nicht mehr) einen Anruf erhielt, dass ich mich durchgesetzt habe, eben WEIL ich ehrlich und direkt war.

Der Verkauf des Grundstücks war ein sehr schöner Auftrag und es gelang mir, es auch relativ rasch und zu einem wirklich guten Preis, an eine sehr nette Familie verkaufen.

Das Beste daran: mit der Familie bin ich bis heute verbunden und es hat sich eine freundschaftlich, geschäftliche Beziehung daraus entwickelt, welche getragen wird von Loyalität und Vertrauen!

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von Anders Noren.

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